Westfalen Blatt_23.07.2015

Michael Grübel gehört zu den ersten Lehrgangsabsolventen im Holz- und Bautenschutz

Quelle: Westfalen-Blatt, 23.07.2015

„In meinem Fall ist es wie mit der Henne und dem Ei“, sagt Unternehmer Michael Grübel schmunzelnd. Er hat seit fast 20 Jahren einen selbstständigen Handwerksbetrieb geführt – aber ohne einen Meistertitel. Der Grund: Die Aufgaben im Holz- und Bautenschutz sind nicht neu, jedoch gab es bis 2013 bundesweit keine Meisterausbildung in dem Bereich. Jetzt gehört Grübel zu den Absolventen des ersten Lehrgangs an der Handwerkskammer Düsseldorf.

Der Holz- und Bautenschutz gehört zu den handwerksähnlichen Berufen und konnte bisher auch ohne Meisterbrief ausgeführt werden. So gründete der gelernte Bauklempner und Betriebswirt Michael Grübel im Jahr 1996 sein Unternehmen Grübel Trocknungsfachbetrieb. Seit 2001 ist er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Bautentrocknungsgewerbe bei der Handwerkskammer OWL.

Als er von der Möglichkeit des Meisterlehrgangs erfuhr, zögerte er nicht lange. „Ich habe inhaltlich noch sehr viel mitnehmen können für die tägliche Arbeit in meinem Unternehmen“, erzählt der 47-Jährige. Er profitiere zudem von dem zusätzlichen Wissen bei seiner Arbeit als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger.

Grübel fuhr zweieinhalb Jahre lang mehrfach zum Blockunterricht nach Düsseldorf. In 1054 fachspezifischen Unterrichtsstunden beschäftigte er sich mit einer großen Bandbreite von Themen: Bauphysik und Bau-Chemie, Statik, Analysemethode und Schadensbehebung. Auch Themen wie die Verhinderung von Feuchtigkeitsschäden bereits im Vorfeld, Denkmalpflege und Abdichtungsmethoden standen auf dem Stundenplan.

Der Meister im Holz- und Bautenschutz ist der erste neue Meistertitel im Bauhandwerk, der seit 1953 eingeführt wurde. Das Berufsbild des Holz- und Bautenschützers gibt es seit dem Jahr 2007 bei den Handwerkskammern.

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